JOHANNES VERLAG EINSIEDELN


 

Jorge Mario Bergoglio

Im Gespräch mit Hans Urs von Balthasar
Die Wahrheit ist symphonisch und der theologische Pluralismus


Aus dem Spanischen übersetzt von Anneliese Meis

2018, ca 30 Seiten, kartoniert
ca € 10.- / CHF 15.-

Neue Kriterien 20

ISBN 978 3 89411 442 8


Die vor wenigen Monaten erschienene Papst-Biographie von Massimo Borghesi beleuchtet nicht nur die priesterlich pastorale Erfahrung des Jesuiten, sondern zeichnet auch die ihn prägenden Stationen seiner intellektuellen Bildung nach. Das Buch verschweigt auch die Lehrmeister von Jorge M. Bergoglio nicht: Papst Franziskus hat die theologischen Werke der Jesuiten Gaston Fessard, Erich Przywara, Henri de Lubac studiert, das philosophische Werk von Romano Guardini seiner polaren Weltsicht einverleibt und in der theologischen Ästhetik von Hans Urs von Balthasar, die ihn, wie er rückblickend feststellt, sehr beeindruckt hat, eine Quelle für das Verständnis der Transzendentalien gefunden. Vielleicht darf man in dem geforderten «Weg der Schönheit» (via pulchritudinis), den jede Katechese neben der Wahrheit und der Güte einschlagen soll, um die Begegnung mit dem Herrn zu ermöglichen (Evangelii Gaudium 167), einen Anklang an Balthasars theologische Reflexionen sehen.
1984 kommentiert Jorge M. Bergoglio die ihm in spanischer Sprache vorliegende Schrift des Schweizer Theologen Die Wahrheit ist symphonisch und nennt seinen Aufsatz, den wir hier erstmals in deutscher Übersetzung vorlegen, Sobre pluralismo teológico y eclesiología latinoamericana. Wie der spätere Papst, so fordert auch Hans Urs von Balthasar vom theologischen Pluralismus, dass er sich der Einheit nicht verweigern darf oder, mit Bergoglios Worten, dem Weg Jesu nur vereint in den Unterschieden nachgefolgt werden kann. – Der zweite Teil seines Aufsatzes verweist auf die Bedeutung der Kirche und die katholische Identität: der Weg zu Christus verlangt ein Heraustreten, einen Exodus, aus sich selbst in die Gemeinschaft des Volkes Gottes: Es gibt, dem Gedanken bleibt Papst Franziskus treu, keine volle Identität des Gläubigen ohne seine Zugehörigkeit zum pueblo fiel.

 

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