JOHANNES VERLAG EINSIEDELN


 

AKTUELL

 

 

Adrienne von Speyr
Magd des Herrn


«Mutter und Sohn führen zueinander, die Mutter als Magd und verschwindend hinter der göttlichen Herrlichkeit des Sohnes, der Sohn immer neu mit seiner Herrlichkeit die Mutter beleuchtend und ihr immer schönere Aufgaben stellend. Wenn die Mutter Ja sagt, dann verbürgt der Sohn die Erfüllung dieses Jaworts; er hat es von jeher getan, indem er sie vor jeder Sünde bewahrt hat. Aus diesem Geheimnis heraus verbürgt auch die Mutter die Erfüllung jedes menschlichen Jaworts, wenn nur die Liebe zum Sohn wirklich aus ihm spricht. Wer ihr die Treue hält, dem wird sie eine alles überdauernde Treue halten. Nie hat es an ihrer Hilfe gefehlt, nie ist einer verloren gegangen, der sich nicht ausdrücklich und freiwillig von ihr abgewandt hat. Es ist nicht gesagt, daß die Mutter immer auf den leichtesten und angenehmsten Weg führt. Sie kann und darf das nicht tun, denn sie muß die Menschen zum Sohn führen, der den Kreuzweg gegangen ist und sie, die Mutter, auf diesen Weg mitgenommen hat.»
[S. 185]